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3. Dezember 2007

Typisch Kiwi

In den 80 Tagen, die wir nun in Neuseeland verbracht haben, ist uns so einiges aufgefallen, was typisch ist fuer Neuseeland und was das Leben und die Leute hier ausmacht. Einiges von den Dingen hat uns sehr beeindruckt, zu Kopfschuetteln gefuehrt, uns genervt oder uns einfach nur amuesiert...

Der oder die Kiwi???

  • Wenn man in Neuseeland von Kiwis spricht, dann meint man immer die Menschen, die hier leben. "Die Kiwi", die wir aus Deutschland kennen ist hier die "Kiwi fruit". Die Menschen sind schon fast beleidigt wenn man mit Kiwi die Frucht und nicht Sie meint. Nicht zu vergessen ist hier auch der Kiwi-Vogel, so zusagen eines der Nationalsymbole und ein aeusserst selten anzutreffender flugunfaehiger, nachtaktiver Vogel.
  • Es ist immer wieder erstaunlich wie freundlich, hilfsbereit und unkompiziert die Leute sind....Wenn man nicht gerade bei der Parkplatzsuche angesprochen wird ob man das Auto nicht in seinen Garten parken will, oder auch gleich zum Abendessen eingeladen wird, dann wird man doch meist mit einem Laecheln und der Frage "How are you today" angesprochen. Fuer ein kleines Schwaetzchen sind sie immer zu haben.

Landschaft

  • Unverkennbar sind die nie endenden Weideflaechen mit Millionen von Schafen und Kuehen. Erstaunlich ist auch, dass genauso viel Weideflaechen leer stehen, wahrscheinlich muss sich der Boden erholen, bevor die naechsten Schafen wieder drauf herum trampeln.
  • Neben den Schafweiden gibt es auch riesige regional auftretenden kuenstlichen Waelder die alle 15-25 Jahre gerodet werden, anschliessend bleibt meist der Baumabfall liegen. Das Ergebnis ist ein ueberaus haesslicher Anblick. Wir fragen uns immer was man mit so viel Holz anfaengt.... und an die Tiere die im Wald leben denkt scheinbar auch keiner.
  • Es gibt fast keine Landflaeche die nicht eingezaeunt ist. Wenn man doch mal das Glueck ein ein solches Stueck Land zu entdecken, dann hat man bestimmt das Schild verpasst “xyz National Park”
  • Da man heutzutage in vielen entlegenen und abgeschiedenen Gebieten nicht mehr richtig von der Landwirtschaft leben kann, sieht man dort oft verlassene Haeuser, Grundstuecke und Viehherden. Diese "Geisterstaedte" sehen manchmal ganz schon unheimlich aus. Bei Regen, Gewitter oder Daemmerung meint man, dass man Teil eines Horrorfilms ist.
  • Die neuste Technologie, wie man Autofahrer dazu noetigt langsamer zu fahren, gibt es hier ebenfalls: Das Zauberwort heist... “One Lane Bridge”, das sind einspurige Bruecken.
    Egal ob auf irgendwelchen gottverlassenen Seitenstrassen oder auf dem Highway, es gibt sie ueberall... auch in allen Laengen, von 5 m Laenge bis hin zu ein paar Hundert Meter Laenge....manchmal aus Holz, mit Sicherheit schon uralt und immer aeussert holprig...eher selten mit hilfreichen Ausweichbuchten....oft direkt nach unuebersichtlichen Kurven...dazu manchmal schlecht ausgeschildert....und damit immer eine willkommene Abwechslung bei langweiligen Fahrten.
    Fragt jetzt bitte nicht wieso man eine Bruecke nur einspurig macht... wir konnten noch keinen wirklichen Grund feststellen, ausser dass es vielleicht ein paar Dollar guenstiger ist oder war
  • Was die “one Lane Bridge” fuer Autofahrer ist die “Swingbridge” (Haengebruecke) fuer Wanderer. Auf den Wanderwegen trifft man diese Art des Brueckenbaus sehr haeufig an. Auch hier gilt.... in allen verschiedenen Laengen.... aus Holz oder Stahl... meist fuer nur 5 Personen...immer sehr wackelig... und damit immer einen Spass wert.
    Wie auch bei der One Lane Bridge sind die Kiwis sehr stolz auf ihre Haengebruecken.
  • Falls man in Neuseeland ein Auto nicht mehr braucht oder es einfach zu alt geworden ist, dann stellt man es einfach in seinen Garten, laesst es vor sich her rosten irgendwann loest es sich schon in seine Einzelteile auf und man kann ja auch das zweite und dritte dazu stellen (sieht vielleicht auch schoener aus) und nach ein paar Jahrzehnten hat man eine schoene Ansammlung von verrostet “Oldtimer”. Bei uns nennt man so etwas eigentlich Schrottplatz, in Neuseeland hat jeder seinen eigenen davon im Garten.
  • Neuseeland heisst auf Maori (die Sprache der “Ureinwohner” ) “Aotearoa”, was so viel heisst wie “Land der weissen langen Wolke". Es ist zwar oft sonnig aber irgendwelche Wolken sieht man immer.
  • das Wetter ist auch so eine Sache. Sonne, Regen, Wolken.... gibt es recht often gemeinsam, somit sind Regenbogen keine Seltenheit. Ausserdem ist es nichts besonderes wenn man Schnee, Regen, Sonne, Sturm, Wolken und extreme Temperaturunterschiede an einem Tag hat.

So sehen die Kiwis ihr eigenes Land

  • Man spricht hier gerne in Superlativen, wie z.B. “groesste Eiskugel im noerdlichen Teil der Nordinsel” (wir haben nur eine Cafe gesehen das Eis verkauft) , “hoechster Turm oder laengste Haengebruecke in der Suedlichen Hemisphaere” (vielleicht wird in Suedamerika oder Afrika anders gemessen....), der Suedlichste Punkt der Suedinsel von Neuseeland”, “bester Wein der Westkueste der Suedinsel” (da gibt es wahrscheinlich auch nur ein Weingebiet), “.... das Groesste oder Beste in Australasien“
  • Was antwortet ein Kiwi auf die Frage, ob eine bestimmte Region einen Besuch lohnt: “it’s nice there...you have to go there....it’s nice everywhere...”, tja manchmal ist es halt schwer ueberall hinzufahren, wenn man nicht gerade unendliche viel Zeit hat und nicht jede Kleinigkeit ist wirklich sehenswert...
    ...man sieht die Kiwis lieben ihr Land (zurecht auch)

Weitere Besonderheiten:

  • In Staedten (auch in kleineren) gibt es meist ein Alkoholverbot auf oeffentlichen Plaetzen, in Parks oder auch in der gesamten Innenstadt, und das obwohl die Kiwis doch so gerne (und viel) Bier trinken.... es waere mal lustig zu sehen, wie die Muenchner im englischen Garten reagieren wuerden, wenn man das bei uns machen wuerde.
  • Interessant sind ebenfalls “Bottle Shops” (Getraenkemaerkte in denen es nur Alkohol gibt) mit dem Hinweis “Drive Thru”...Alkohol im Vorbeifahren...so kann man ja auch gleich mal im Auto probieren, was man so gekauft hat...
  • Der Kleiderstil der Kiwis ist unverkennbar, was ihn deshalb auf den ersten Blick sofort von einem Touristen unterscheidet. Egal ob Regen, Sturm oder Sonne, egal ob eiskalt oder 30 Grad, ein Kiwi zieht immer kurze Hosen und FlipFlops an. David (Stephis Freund haben wir am vorletzten Tag zum ersten Mal in Jeans gesehen...). Wenn es dann doch mal kalt wird, dann zieht man lieber ein Langes Shirt an (gerne aus Schafswolle).
  • Das Land ist sehr multikulturell. Es gibt besonders in Auckland sehr viele Asiaten. Maori sieht man fast ausschliesslich auf der Nordinsel, wobei die Zahl steigt je weiter noerdlich man faehrt. Die Staedte auf der Suedinsel sind eher englisch (Christchurch) oder schottisch (Dunedin) gepraegt.
  • "Movember"....hae....nein, ich habe mich nicht verschrieben.... Movember ist eine witzige Aktion in Neuseeland und Australien um auf typische Mannerkrankheiten wie z.B. Prostata Krebs aufmerksam zu machen und auf bessere Vorsorge hinzuweisen (da Maenner eine geringe Lebenserwartung haben und sich scheinbar etwas besser um ihre Gesundheit kuemmern sollten). Zu diesem Zweck lassen sich die Maenner im Monat November den Oberlippenbart (kein Vollbart) wachsen.
  • Sehr beliebt ist Take-away Essen. Man findet fast an jeder Ecke etwas fuer jeden Geschmack....Chinesisch, Indisch, Burger, Pizza oder auch Doener.... man koennte den Eindruck bekommen, dass die Kiwis etwas Koch-faul sind. Aus unserer Sicht haben die Kiwis auch keine richtige Esskultur. Die Essenszusammenstellungen sind manchmal etwas gewoehnungsbeduerftig. Chips werden immer und ueberall gegessen, gerne auch als Beilage oder als Vorspeise. Ketchup wird gerne zum "verfeinern" verwendet. Pizza gibt es auch mal mit Kartoffeln drauf.....man merkt den englischen Ursprung....

Nichts desto trotz haben wir das Land lieben gelernt, und wir Deutschen haben ja auch genuegend Macken.....

1. Dezember 2007

Abschiedstour von Wellington nach Auckland

Nach dem ganzen Reisen, haben wir die Tage in Wellington richtig genossen. Es ist toll, sich mal keine Gedanken um Schlafplatz zu machen und einfach entspannt in den Tag hineinzuleben. Kulinarisch hat Stephie uns auch noch verwoehnt mit Sushi und Pfannkuchen. Lecker. Viel haben wir nicht gemacht. Thomas schrubbte den Van noch ordentlich, damit Stephi beim Verkauf moeglichst viel rausschlagen kann. Es war erstaunlich, was wir unter den ganzen Sitze noch alles gefunden haben (Socken, Unterwaesche,...). An dieser Stelle noch mal ein dickes Dankeschoen an Oli, dass wir seinen Van fuer unsere Reise nutzen durften. Das Auto hat zwar seine Macken, war aber perfekt fuer unsere Tour. Danke Oli, dicker Schmatz!!!
Am 28.11.07 mussten wir uns dann auch endgueltig fuer eine laengere Zeit von Stephi und David verabschieden. Mit dem Bus ging es Richtung Auckland. Unterwegs machten wir noch einen Stop im Tongariro National Park, um nun beim 3. Anlauf endlich das Tongariro Crossing (Neuseelands schoenste Tageswanderung) zu machen. Unsere Motivation war leider nicht mehr so gross, denn irgendwie hat man sich schon von dem Land verabschiedet.
Aber die 18,5 km lange Wanderung wurde ihrem Ruf wirklich gerecht und es hat sich gelohnt, dass wir uns noch einmal dafuer aufgerafft haben. Es ist wahnsinnig beeindruckend, durch die Mondlandschaft der Vulkane zu laufen. Dabei geht man zum Teil direkt am Rand des Kraters, genial. Im Kopf hat man immer, dass der Vulkan jederzeit ausbrechen koennte, dann hier sind die Vulkane alle noch aktiv.

Mount Ruapehu (unten auf dem Bild) brach das letzte Mal Ende September diesen Jahres aus und war der Grund, weshalb wir die Wanderung das erste Mal nicht machen konnten. Man kann sich bei der Schneedecke ueberhaupt nicht vorstellen, dass da erste heisse Asche rauskam...
Um diesen Vulkan Mount Ngarahoe ging unsere Wanderung. Von unserem Hostel aus konnten wir den Berg schon sehen.



Juhu, der erste Anstieg ist geschafft. Insgesamt mussten wir 800 Hoehenmeter ueberwinden. Aber nach unseren ganzen Wanderungen auf der Suedinsel waren wir ja in Uebung und der Anstieg war kein grosses Problem.

So stellt man sich den Mond vor...

Am Rande des "Red Craters", das Farbenspiel ist super. Da der Vulkan noch aktiv ist, waren die Waende bzw. der Boden warm und ueberall rauchte es aus Erdloechern. Es stank auch wieder entsetzlich nach Schwefel.

Mehrere Kraterseen im Hintergrund mit tuerkisblauem Wasser.


Nach der Wanderung ging es weiter nach Auckland.

Unsere letzten 2 Tage in Neuseeland verbrachten wir dort. Und wir koennen es selbst noch nicht glauben, dieses Mal hatten wir gutes Wetter und die Stadt zeigte sich von seiner schoensten Seite. Wir traffen uns mit Katrin (Friesenheimerin, die hier gerade Au-pair macht). Gemeinsam gingen wir zu einer Christmas Parade. Verschiedene Gruppen (z.B. Schulen, Sportvereine, Geschaefte) laufen durch die Strasse, verteilen Prospekte und Suessigkeiten und sind dabei zum Teil kostuemiert. Das ganze erinnerte uns eher an Fasching als an Weihnachten. Es ist fuer uns eine interessante Erfahrung, was die Kiwis aus Weihnachten machen.

Heute (2.12.07) ist unser letzter Tag. Leider... (schnief) An dieser Stelle muessen wir noch einmal betonen, dass wir von diesem Land total beeindruckt sind. Wir haetten nie gedacht, dass es uns hier so gut gefaellt. Wir waren vor der Reise eher skeptisch, besonders was das Wetter anging, da wir im Winter ankamen. Aber wir hatten vor allem auf der Suedinsel fast nur Sonnentage. (Auch wenn ihr dies zu Hause momentan nicht hoeren wollt.) Das besondere an Neuseeland ist seine Vielfaelltigkeit. Fuer jeden ist was dabei. Egal ob fuer Abenteuerlustige, Naturliebhaber, Tierfreunde, Staedtebummler oder Wanderfreaks. Es gibt traumhafte einsame Straende, rauhe Kuesten, Regenwald, schneebedeckte Berge, Vulkane, Gletscher, Fjoerde, fuer uns Europaer aussergewoehnliche Tiere, und vieles vieles mehr. Die Menschen hier sind total entspannt, super freundlich und unkompliziert. Man fuehlt sich hier richtig willkommen. Also ihr seht, wir kommen aus dem Schwaermen nicht mehr raus und koennen eine Reise hierher nur empfehlen.

Zum Abschluss noch eine kleine Statistik ueber unsere Reise:
  • 8397km sind wir in 80 Tagen gefahren
  • davon waren wir 37 Tage auf der Suedinsel, 30 Tage auf der Nordinsel und 13 Tage in Wellington bei Stephi
  • 1371 NZ$ (700Euro) haben wir fuer Benzin ausgegeben

15. Oktober 2007

Westkueste der Nordinsel

(Alex schreibt:)
3 Tage, ca. 1000km

Nach unserem kurzem Stop in Auckland ging es weiter Richtung Sueden ueber Hamilton und dem Surferparadies Raglan nach Waitamo, wo wir natuerlich eine 3 stuendige Black Water Rafting Tour gemacht haben.
Dabei sitzt man in einem Gummireifen und gleitet durch eine Hoehle. Richtig turbolent geht es hier nicht zu, sondern eher gemaechlich. In Vordergrund steht die Erkundung der Hoehle und der darin lebenden neuseelaendischen Gluehwuermchen. Dabei muss man auch mal ueber Hinternisse klettern und durch tiefe Wasserleocher laufen. In der Hoehle war das Wasser natuerlich super kalt, warum wir auch die "tollen" Anzuege anhatten. Aber wie unser Guide so schoen sagte, wir haben schliesslich fuer kalte Haende und Fuesse bezahlt und sollen uns nicht beschweren. Es hat uns trotz der Kaelte total Spass gemacht. Beeindruckend ist auch, durch eine stockdunkle Hoehle zu gleiten, die nur von unzaehligen Gluehwuermchen etwas erhellt wird.
Anschliessend ging es auf dem Highway, bei dem auch oefter man die Gegenfahrbahn vom Regen weggespuelt ist(siehe Bild unten) zum Tongariro National Park.
Aufgrund des staendigen Wechsel zwischen Regen und Sonnenschein wurden wir auf der Fahrt von Regenboegen begleitet. Die sollen bekanntlich ja Glueck bringen!!!
Leider hat der Regen ueber den Sonnenschein dominiert und wir fuhren voellig umsonst in den Tongariro National Park. Wir wollten dort eine Tageswanderung machen, das beruehmte Tongariro Crossing (angeblich Neuseelands schoenste Tageswanderung). Wegen der stuermischen Wetterprognose war der Track gesperrt.
Dort haben wir auch erfahren, dass wir unser naechstes Ziel der Egmont National Park auch streichen koennen. Dort herrscht die gleiche Wetterlage und es ist ebenfalls unmoeglich irgendwelche Wanderungen zu unternehmen. Schade!!! :-(
Das bedeutete, dass wir uns somit schon wieder auf dem Weg nach Wellington machen konnten.
Wir fuhren nun ueber Wanganui mit den schwarzen Straenden...
.... und Palmerston North. Hier sahen wir zum ersten Mal in einem Kaufhaus die Vorboten von Weihnachten...
Es ist schon verrueckt. In Neuseeland geht nun langsam der Winter vorbei und der Fruehling kommt. Uberall beginnen die Blumen zu bluehen und die Temperatur wird immer waermer. Eigentlich erwartet man jetzt Ostern. Aber auch hier steht Weihnachten bald vor der Tuer. Fuer uns total paradox.
In Wellington verbringen wir noch ein paar Tage bei Stephi und David. Wir geniessen es, mal ein Zuhause zu haben und nicht staendig auf Achse zu sein. Ausserdem nutzen wir die Tage, um uns auf die Suedinsel vorzubereiten (z.B. Regenhose zu kaufen,...)

Auckland- Dritter Versuch

(Alex schreibt:)


Diese Rubrik ist ganz speziell fuer Frank (Thomas' Bruder) und seine Freundin Joanna, die hier ab naechstem Jahr studieren wollen. Wir waren ganz spontan einen halben Tag in Auckland und haben fuer euch ein paar Bilder von Auckland gemacht, damit ihr einen kleinen Eindruck von eurer zukuenftigen "Heimat" bekommen koennt. Leider war auch dieses Mal in Auckland kein so tolles Wetter. Irgendwie mag die Stadt uns nicht. Darum sind die Bilder vielleicht nicht ganz so toll. Richtig erkunden wollen wir Auckland erst, wenn wir naechsten August zurueckfliegen und dann doch ein paar Tage in der Stadt gemeinsam mit Frank und Joanna verbingen.



Der beruehmte Skytower bei typischem Wetter, von dem Turm kann man einen Bungee Sprung machen....


auch Auckland hat eine Harbour Bridge (die in Syndey ist aber viel groesser)


ein paar weitere Eindruecke der Innenstadt:




die Universitaet von Auckland





10. Oktober 2007

Northland

Nachdem unser Auto wieder flott gemacht wurde konnte unsere Tour durch das Northland nun endlich richtig beginnen. Wir haben nun uebrigens einen neuen Namen fuer unser Auto. Da wir es ja wie eine "Old Lady" behandeln sollen, fanden wir den Namen Oly ganz passend. (Auch zu Ehren seines eigentlichen Besitzers Oli.... danke Oli, und nimm uns das bitte nicht uebel)

Von Auckland ging es an der Ostkueste ueber Whangerei (hier machte ja unser Auto schlapp), Kawakawa, der Bay of Island und den tollen Straenden von Matauri Bay und Doubtless Bay zum Cape Reinga. Zurueck fuhren wir entlang der Westkueste vorbei an Opononi/ Omapere und dem Waipoua Forrest nach Auckland. Wir waren 7 Tage unterwegs und sind ca. 1000 km gefahren.

Bream Bay
Unsere erste Uebernachtung hatten wir suedlich von Whangerei an der Bream Bay. Es gab ein freier Campingplatz direkt an einem 20 km langen Strand. Dieser lud uns morgens zu einem kleinen Strandspaziergang ein bei dem wir diesen schrecklichen Anblick ertragen mussten!!! Es war kein Mensch weit und breit bis auf einen dickbaeuchigen "alten Sack" mit Bierflasche und Zigarette in der Hand. Dies haette einem ja fast die ganze schoene romantische Stimmung verderben koennen.


Kawakawa
Hier hat der Kuenstler Hundertwasser bis zu seinem Tod gelebt. Sein letztes Werk war die Gestaltung der oeffentlichen Toilette in der Stadt. Sieht witzig aus, in Mitten einer typischen neuseelaendischen Kleinstadt, irgendwie fehl am Platz. Bei der Benutzung muss man damit rechnen, von Touristen fotographiert zu werden!!!



Bay of Island
Mit einer kleinen Faehre erreicht man die Stadt Russel in der Bay of Island. Ein beliebter Urlaubsort, derzeit aber total verlassen. Einziges Highlight war das Oktoberfest, das ein paar Deutsche organisieren. Wir wurden zwar eingeladen, hatten aber leider keine Zeit. Waere bestimmt lustig geworden.


Unsere Highlight in der Bay of Island war eine Bootstour, bei der wir die Gelegenheit hatten, mit Delfinen zu schwimmen. Das war gigantisch. Recht schnell fanden wir in einer kleinen Bucht eine Gruppe von Delfinen. Dann ging alles ganz schnell. Wetsuit, Schnorchel und Flossen an und schon waren wir im eiskalten Meer (15 Grad). Der Kaelteschock war schnell ueberwunden, da man von Delfinen umgeben war und nur fasziniert am Schauen war.


Wie man sieht, kamen die Tiere ganz nah her und man hoert unter Wasser ihre Laute.


Matauri Bay
An diesem grandiosen Strand mit tuerkisblauem Meer und den vorgelagerten Inseln hatten wir ein klein bisschen Fiji Feeling. Hier konnten wir auch zum ersten Mal am Strand in der Sonne ausspannen.


Diese kleine Bucht neben der Matauri Bay bot uns einen der bisher besten Schlafplaetze.


Dies war der Blick am Morgen aus unserem Van. Genial, so kann der Tag beginnen!!


Doubtless Bay
eine Ansammlung von traumhaften einsamen Sandstraenden. In dem super feinen weissen Sand konnten wir einige Stunden in der Sonne relaxen.


Das besondere an diesem Strand, der Cable Bay, ist die Farbe. Der Strand leuchtet aufgrund der vielen kleinen Muscheln rosa.


Whangaroa, frueher ein bedeutender Hafen, heute ein verschlafenes Dorf.
Hier haben wir eine Wanderung auf den Vulkangipfel St. Paul gemacht, von dem man eine schoene Aussicht ueber den Hafen hat. Von oben kann man bei Ebbe die "Felder" (Gitterquadrate) der Austernzucht im Wasser sehen.



Cape Reinga Tour:
Zum noerdlichsten Punkt Neuseelands, dem Cape Reinga, haben wir eine gefuehrte Tour gemacht. Die Gegend ist mit dem normalen Auto schwer erreichbar. So konnten wir uns auch einmal zuruecklehnen und uns durch die Gegend kutschieren lassen.
Auf dem Weg zum Cape haben wir an verschiedenen Straenden halt gemacht. Ein weitere Stop war ein kleiner Tante- Emma- Laden, in dem es das groesste Eis des Landes gibt. Das Eis war wirklich riesig!!! Auf dem Bild seht ihr jeweils eine Waffel mit einer Kugel!!!


Gestaerkt von dem Eis ging es weiter zum Cape Reinga mit dem kleinen Leuchtturm an der Spitze. Hier treffen ausserdem "Tasmansea" und "Pacific Ocean" aufeinander, was man im Meer direkt sehen kann. Das Cape ist von wunderschoenen Sandstraenden umgeben.


Am Te Paki Stream hatten wir anschliessend die Gelegenheit, an einer riesigen Sandduene "Schlitten" zu fahren. Man bekommt eine Schlittenbob, muss sich die Duene hoch kaempfen und kann dann von oben runtersausen. Super witzig, aber sehr anstrendend, da es keine Lift gab.


Zurueck ging es entlang der beruehmten 90 Mile Beach (in Wirklichkeit aber nur ca. 90 km). Der Strandabschnitt wurde tatsaechlich zum Highway erklaert. Irre. Und so rasen direkt am breiten Strand Busse und Autos entlang.



Opononi und Omapere:
zwei kleine, zusammenhaengende und voellig verschlafene Orte, die direkt an einem ganz netten Hafen liegen. Das besondere ist, dass auf der gegenueberliegenden Seite des Flusses riesige Sandduenen sind. Von einem kleinen Sandhuegel konnte man diese gut sehen.


Verschiedene Farbabstufungen und Muster im Sand. Es sah schon cool aus...



Waipoua Forest:
Eine der wenigen noch existierenden natuerlichen Kauri-Waelder. Der "Kauri-Baum" gehoert zur Gattung der Fichten und ist nebenbei der 2. groesste Baum der Welt (nach dem Mammutbaum). Frueher wurde das gesamte Northland von Kauri-Waelder dominiert. Aufgrund der sehr guten Eigenschaften des Holzes wurden jedoch nahezu alle Baeume abgeholzt. Heute steht der Baum unter Naturschutz und kann im Waipoua Forest bewundert werden. Die Baeume sind einfach riesig und maechtig. Einfach Wahnsinn, wenn man davor steht.

Ein kleines Exemplar davon sieht ungefaehr so aus:




Tane Mahuta (vom Volumen der Groesste noch lebende): Umfang 13,8m; Hoehe 50m
Suchspiel: Wo ist Alex?





Te Matua Ngahere (zweitgroesster): Umfang 16,4m; Hoehe 30m; 2000 Jahre alt



Yakas: Umfang 12,2m; Hoehe 43.9m





Wir hatten im Northland eine richtig schoene Zeit. Es war zum ersten Mal richtig warm und es regnete nicht. Ausserdem haben wir uns hier auch an den vielen tollen Straenden Zeit zum relaxen genommen.

4. Oktober 2007

Alles o.k. Es kann weitergehen

Wir haben gerade unseren Van abgeholt.
Einerseits sind wir froh, dass nichts grosses repariert werden musste, so dass wir heute schon wieder weiter fahren koennen. Andererseits hat uns die Werkstatt gesagt, dass das Auto teilweise nicht mehr im besten Zustand ist. Es ist halt auch schon 20 Jahre alt. Hoffen wir dass es uns noch bis zum Schluss erhalten bleibt. Man hat uns gesagt, wir sollen das Auto wie eine Alte Dame behandeln, immer schoen langsam und gemaechlich.... na dann...

Wir waren fleissig im Gegensatz zu unserem Auto

(Alex schreibt)
Also, wie ihr seht, waren wir richtig fleissig und ihr habt einiges zu Lesen. Los gehen unsere Eintraege mit der Neuseelandkarte, d.h. ihr muesst ziemlich weit zurueck scrollen.


Noch eine kleine schlechte Nachricht. Unsere Van hatte heute wohl keine so grosse Lust auf weite Fahrten und darum hat er sich entschieden, mal die ganze Elektronik ausfallen zu lassen bzw. die Batterie streikt!!!! So haengen wir nun in Whangarei fest. Momentan checken sie das Auto in einer Werkstatt durch und wenn es eine Kleinigkeit ist, reparieren sie es auch gleich. Falls es laenger gehen sollte, haben sie uns schon angeboten, dass wir auf dem Werkstattgelaende campieren duerfen. Wenn wir richtig Pech haben, brauchen sie ein Ersatzteil aus Auckland und da jetzt das Wochenende bevorsteht, kann das noch ein paar Tage dauern. Na super!!!
Wenn wir euch morgen schreiben koennen, was los ist, dann ist das ein schlechtes Zeichen und wir haengen immer noch hier fest. Falls ihr aber nichts hoert, ist das gut und wir flitzen weiter Richtung Bay of Island, wo ein paar Delfine auf uns warten.

3. Oktober 2007

Coromandel Peninsula und Bay of Penty

(beide schreiben)

Nach dem Vulkangebiet sind wir am 28.09. nach Norden an der Kueste "Bay of Plenty" angekommen. Es wurde nun deutlich waermer. Was man daran sieht, dass im Garten Orangenbaeume stehen.



Hier befindet sich auch Neuseelands groesstes Kiwi-Anbaugebiet
riesige Kiwi-Plantage, die von grossen Baeumen "eingezaeunt" sind.





Unsere Fahrtroute: Wir starteten in der Bay of Plenty in Mount Manganui, fuhren ueber Tauranga nach Waihi und Whangamata. Von hier ab ging es ein Mal an der Kueste um die Halbinsel Coromandel bis Thames ueber Whitianga, Coromandel Town, Fletcher Bay. Unterwegs sahen wir traumhafte, einsame Kuestenabschnitte mit tollen Straenden. In den Sommermonaten ist es hier vorbei mit Einsamkeit, denn dann kommen viele Neuseelaender zum Urlaubmachen.



Papamoa Beach mit dem Mt. Manganui (mal wieder ein ehemaliger Vulkan) im Hintergrund.



Den Mt. Manganui haben wir dann natuerlich auch bestiegen (ca. 250m hoch). Von hier aus hat man eine wunderbare Aussicht auf die Kueste der Bay of Plenty und den Ort selbst, an dem sich die "High Society" von Neuseeland teilweise tuemmelt. Nach der anstrengenden Bergbesteigung haben wir uns zum ersten Mal am Strand gesonnt (mit langer Hose und Pulli), es war aber trotzdem richtig schoen. Es gab natuerlich auch ein paar Verrueckte die in Bikini oder Badehose am Strand lagen, aber ueber das Waermeempfinden mancher Leute wundern wir uns sowieso. Viele laufen hier barfuss oder in FlipFlop und in Sommerkleidern herum, waehrend wir uns in unsere Fleecejacke kuscheln.

Ausblick vom Berg ueber die Stadt



Ausblick vom Berg ueber die Bay of Plenty



Nun genug vom langweiligen Strandleben.... weiter geht es mit Geschichte.



Unten seht ihr die immernoch aktive Goldmiene "Martha Mine" in Waihi. (Lt. Reisefuehrer sollten die Vorkommen in 2007 erschoepft sein, wohl eine Fehleinschaetzung). Zur Miene gehoert uebrigens auch das tolle Gefaehrt, das ich faelschlicherweise als unser Van ausgab.


In der Miene wird Gold und Silber im Wert von 1 Mio NZDollar pro Woche gefoerdert. Sie ist 860m lang, 600m breit und 250m tief...Wahnsinn...


Weiter ging es in die "Karaugahake Gorge" in der v.a. um 1900 ausgiebig Gold gefoerdert wurde. Heute kann man dort nur noch Ueberreste sehen und kleine interessante Walks machen (u.a. durch einen 1 km langen ehemaligen Eisenbahntunnel).





mein "Goldstueck"




Danach ging es die Coromandel Peninsula hinauf. Unsere erstes Ziel waren die "Hot Pools". Bei Ebbe sind im Strand an einer bestimmten Stelle heisse Quellen zu finden. Man nimmt dann einen Spaten und schaufelt sich einen kleinen Pool und kann im sehr heissen Wasser relaxen. Dachten wir!!! Nur dass dort auf den kleinen Fleckchen viele Touristen versuchen sich einen eigenen Pool zu graben und es gibt ein richtiges Gerangel um die besten Plaetze. Nichts mit Entspannung. War aber trotzdem ganz witzig, denn es ermoeglichte uns bei 15 Grad auch mal im Bikini am Strand zu liegen.




So sieht es bei Ebbe aus, wenn alle buddeln...




so bei Flut, wenn niemand am Strand liegt....





Direkt neben den Hot Pools befindet sich die Cathedral Cove. Hier hat sich das Wasser mit den Jahren durch das Gestein "gefressen".


Kuestenabschnitt in der Naehe




das ist die Cathedral Cove




vom Meer geformter Fels und natuerlich auch Thomas




auch im Meer sieht man viele vom Wasser geformte Felsen



Bei manchen Kuestenabschnitten fuehlten wir uns ein wenig an Fiji erinnert. Einsame Inseln mit einem kleinen gruenen Huegel, nur stimmte die Temperatur ueberhaupt nicht!!! Wunderschoen.





Unsere Lunchpause am Strand von Te Rerenga. Es war wahnsinnig stuermisch, so dass es uns fast das ganze Essen vom Tisch fegte.




Ziel war der noerdlichste Zipfel von Coromandel, den man wieder mal nur ueber eine Schotterstrasse erreichen kann. Aber diesmal nur 25 km. Die Fahrt fuehrte uns...

...an verlassenen Buchten, ...





...Steilabfallenden Klippen, ...



und uralten "Puhutukawa"-Baeumen (die leider erst ab November rot bluehen) vorbei





Die sich ganz im Norden der Coromandel Peninsula befindliche Bucht "Fletcher Bay" mit schwarzem Sand- und Kieselstrand war super toll. Wir mussten einen riesigen Campingplatz mit ganzen 2 anderen Autos und einer Kuhherde teilen. Leider konnten wir die traumhafte Umgebung nicht richtig auskosten, da es meist geregnet hat und die Sonne nur sehr selten zum Vorschein kam.


Fletcher Bay (Blick aus unserem Schlafzimmer)



Wir haben hier eine 22 km lange Tageswanderung an der Kueste entlang von der Fletcher Bay bis zur Stony Bay gemacht. Auf dem Hinweg hatten wir noch strahlenden Sonnenschein und Begleitung von einer Hundedame (die es nach 30 min aber vorzog, die Schafe zu jagen)





Zuerst ging es ueber Schafweiden...


..und dann auf einem Hoehenweg im Wald entlang der steil abfallenden Felskueste...



...bis zu unserem Ziel der Stony Bay. Hier haben wir gepicknickt und in der Sonne ein Mittagsschlaefchen gemacht.



Auf dem Rueckweg mussten wir uns etwas beeilen, denn die Sonne verzog sich und es begann zu regnen. Es stuermte und schuettete, so dass wir nass bis auf die Unterhose am Van ankamen.


Leider wurde das Wetter auch nicht mehr besser so dass wir auch zuegig Coromandel in Richtung Auckland verlassen haben. Da wir noch oefter nach Auckland zurueckkommen werden, steuern wir morgen direkt das "Northland" an (Gebiet noerdlich von Auckland).